Assis: Relational Mechanics
Zusammenfassung
„Relational Mechanics and Implementation of Mach’s Principle with Weber’s Gravitational Force“ (Apeiron 2014, ISBN 978-0-9920456-3-0; verbesserte englische Fassung des portugiesischen Originals von 2013): eine Mechanik, die newtonsche Mechanik und Einsteins Relativitätstheorien ersetzen soll. Sie implementiert Machs Prinzip quantitativ über die Weber-Kraft für Gravitation (mit exponentiellem Zerfall) und das Prinzip dynamischen Gleichgewichts; Trägheit, Zentrifugalkraft und Newtons Eimerversuch werden als reine Gravitationswechselwirkung mit den fernen Galaxien erklärt.
Inhalt
Grundbausteine
- Weber-Kraft (Elektrodynamik, 1846): F₂₁ = (q₁q₂/4πε₀r²)·[1 − ṙ²/2c² + r·r̈/c²] – hängt nur von relativen Abständen, Radialgeschwindigkeiten und Radialbeschleunigungen ab; kein absoluter Raum nötig.
- Webers Gravitationskraft: gleiche Struktur mit Gravitationsmassen statt Ladungen, multipliziert mit exponentiellem Abfallsfaktor e^(−αr); charakteristische Distanz d_g = 1/α ≈ (1,7–5,9)·10²⁶ m – von der Größenordnung der Hubble-Distanz R_o = c/H₀.
- Schlüsselmechanismus: Newtons Schalentheorem gilt nur für reine 1/r²-Kräfte; der Beschleunigungsterm ∝ r̈/r umgeht das. Eine beschleunigte Massenschale übt daher eine Kraft auf innere Testkörper aus → Trägheitskraft F_i = −Φ∞·m_g·a_U, wobei Φ∞ von der mittleren Massendichte ρ_go des Universums abhängt.
Gleichung von Bewegung und Ergebnisse
- Prinzip dynamischen Gleichgewichts: ΣF_pk − Φ∞·m_gk·a_kU = 0 – die Summe aller Kräfte ist immer null, auch für beschleunigte Körper; „Trägheitsterm“ −mi·a wird zur realen Gravitationskraft der Galaxien.
- Deduziert (laut Zusammenfassung Kap. 19.10):
- Proportionalität von träger und schwerer Masse;
- bestes Inertialsystem = Bezugssystem U des fernen Galaxienhaufens;
- kinetische Energie als Wechselwirkungsenergie mit dem Universum;
- Zentrifugal- und Corioliskräfte sind echte, gravitativ von den Galaxien ausgeübte Kräfte;
- Beziehung G ↔ Hubble-Konstante H₀ ↔ mittlere Universumsdichte ρ_go;
- Körper im leeren Universum hätte keine Trägheit; Eimerversuch: Wasseroberfläche wölbt sich durch relative Rotation zu den Galaxien.
- Deckengedanken-Eperiment des Covers: beschleunigt man (hypothetisch) das Galaxiensystem entgegen der Autobeschleunigung, müssten Federn, Pendel und Wasseroberfläche identisch reagieren – Newtons Mechanik sagt hier nichts voraus.
- Kritik an ART (Kap. 16): sie implementiere Machs Prinzip nicht (Testkörper behält Trägheit auch im leeren Universum); Mach selbst lehnte Einsteins Theorien ab. Historisch: Leibniz/Berkeley als Vorläufer, Gravitationsparadoxon (Kap. 12), Flachwandernde Rotationskurven von Galaxien via exponentiellem Gravitationszerfall diskutiert.
Einordnung
- ⚠️ Umstritten: Die relationale Mechanik ist ein Randkonzept. Mainstream-Physik wertet Michelson-Morley, Partikelbeschleuniger (Geschwindigkeitsabhängigkeit der Masse) und präzise Tests der ART als Belege gegen geschwindigkeits-/beschleunigungsabhängige Fernkräfte nach Weber; Assis reinterpretiert diese Experimente innerhalb seiner Theorie (z. B. Nullresultat von Michelson-Morley bei Weber-Kraft). Die Buchstruktur (6 Teile: klassische Mechanik → Anwendungen → Probleme Newtons → Einstein-Kritik → relationale Mechanik → Anwendungen) spiegelt dieses Programm.
Quellen
raw/Relational-Mechanics-Mach-Weber.pdf– Buch (Apeiron/C. Roy Keys, Montreal 2014)